Jugendliche und Alkohol: Stadt kontrolliert verschärft an den Karnevalstagen

Jugendamt setzt auf Verantwortung von Eltern, Gastronomie und Handel

Jugendamt und Ordnungsbehörde der Stadtverwaltung werden an den Karnevalstagen im Stadtgebiet wieder verstärkt Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes durchführen. “Neben Handel und Gastronomie müssen auch Jugendliche damit rechnen, kontrolliert zu werden”, so Stadtsprecher Michael Gorgs. Sollten Jugendliche alkoholisiert angetroffen werden oder “nicht altersgemäßen Alkohol” bei sich haben, würden unverzüglich die Eltern verständigt, und der Karnevalstag sei vorüber.

“Für viele Menschen ist der Karneval ohne Alkohol nicht denkbar – leider gilt das in zunehmendem Maße auch für Minderjährige”, sagt Susanne Rieth vom Jugendamt der Stadt. Kinder und Jugendliche, so hat die Sozialarbeiterin festgestellt, benutzten den Alkohol oft unbewusst als „Mittel” zum Zweck: zum Beispiel um Ängste zu verringern, Geselligkeit herzustellen, Stimmung und Selbstwertgefühl zu steigern oder einfach nur um “dazu zu gehören”. Leider steigere sich der Alkoholkonsum nicht selten bis zum „Trinken bis der Arzt kommt”. Außer den gesundheitlichen Risiken und Schäden ist nach Erfahrungen des Jugendamtes die Gefahr von Unfällen im Straßenverkehr für alkoholisierte Jugendliche besonders hoch. Zudem komme es im alkoholisierten Zustand immer häufiger zu Gewalttaten.

Der Appell der Jugendschutzbehörde ist deshalb eindeutig
• Kein Alkohol an Kinder unter 16 Jahren!
• Keine Spirituosen an Jugendliche unter 18 Jahren – auch keine Liköre
• Keine Alkopops an Jugendliche unter 18 Jahren.

“Wir bitten alle Erwachsenen, auf die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zum Jugendschutz zu achten”, erklärt Peter Annacker, Leiter des Fachbereichs Soziale Hilfen und Jugend in der Stadtverwaltung. Händler und Gastronomiepersonal sollten sich den Ausweis der jungen Kunden zeigen lassen und im Zweifelsfall unmissverständlich den Alkoholverkauf verweigern. Annackers Aufforderung an Geschäftsleute und Wirte: “Machen Sie deutlich, dass Sie sich an die Gesetze halten und bieten Sie mindestens ein nichtalkoholisches Getränk nicht teurer als das billigste alkoholische Getränk in gleicher Menge an.” Genau so schreibt es auch das Gaststättengesetz im Paragraphen 4 vor.
Dazu legen die Fachleute des Jugendamtes größten Wert auf das Verantwortungsgefühl der Eltern. Gerade vor den Karnevalstagen sollten die Alkoholproblematik und die daraus resultierenden Gefahren unbedingt offen angesprochen werden.

Dazu einige Eltern-Tipps für die Praxis:

• Nehmen Sie Ihre Verantwortung ernst und schauen Sie genau hin! Wenn es in der Schultasche vernehmlich „klimpert” – sehen Sie nach…! Damit lassen sich zwar Konflikte nicht immer vermeiden, aber Sie machen damit deutlich, welches Verhalten Sie nicht akzeptieren.

• Machen Sie „Ärger” , wenn Alkohol an Minderjährige verkauft wird! Das Jugendschutzgesetz ist nur so gut, wie es durch alle Erwachsenen umgesetzt und kontrolliert wird.

• Sprechen Sie den Wirt an! Bei jeder Veranstaltung muss es nach dem Gaststättengesetz ein Getränk geben, das bei gleicher Menge nicht teurer als das billigste alkoholische Getränk ist.

• Holen Sie Ihr minderjähriges Kind von Veranstaltungen bitte rechtzeitig ab! Halten Sie sich dabei an die vorgegebenen Zeiten des Jugendschutzgesetzes.

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