Tipps zum Schulanfang

Die Zeit vor dem ersten Schultag und der erste Schultag selbst sind oft aufregend und mit Spannung verbunden, bei einigen Eltern auch mit Sorgen und Befürchtungen. Es ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Aus dem Vorschulkind wird ein Schulkind. Dieser Übergang ist oft begleitet von Freude und Stolz, auf der anderen Seit entwickeln sich auch manchmal Ängste vor der unbekannten Situation. Manche Eltern machen sich Sorgen, ob ihr Kind die Schullaufbahn erfolgreich meistern wird.

Damit diese Phase des Übergangs für alle Beteiligten möglichst entspannt verläuft, hat die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Stadt Meerbusch einige Tipps für Sie zusammengestellt.

Vor dem ersten Schultag können Sie mit Ihrem Kind gemeinsam den Schulweg „üben“. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Weg mehrmals zur Probe ab. Dabei kann es sich mit dem noch fremden Schulgebäude und Schulhof zumindest von außen etwas vertrauter machen. Auch können Sie bei dieser Gelegenheit mit Ihrem Kind darüber sprechen, welche Gefühle und Gedanken es zum Thema Schulanfang beschäftigen. Anfangs können Sie Ihr Kind noch zur Schule begleiten. Später, bei ausreichend Sicherheit und Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr, kann es den Weg dann alleine bestreiten.

Sicherlich haben Sie schon einen durch Reflektoren gut sichtbaren, bequemen und gut passenden Schulranzen besorgt. Wenn noch kein Ranzen vorhanden ist, gehen Sie doch mit ausreichend Zeit mit Ihrem Kind zusammen einkaufen. Achten Sie auch darauf, dass der neue Ranzen ausreichend Platz für die nötigen Schulsachen sowie eine Trinkflasche und Butterbrotdose bietet. Natürlich sollte er auch Ihrem Kind gefallen. Bei diesem Einkauf können Sie auch gemeinsam die Utensilien kaufen, die auf der Liste der Klassenlehrerin aufgeführt sind (wird meist einige Zeit vor der Einschulung den Eltern mitgeteilt).

Nicht zuletzt braucht das angehende Schulkind auch einen hellen, ergonomisch passenden „Arbeitsplatz“, an dem es in Zukunft seine Hausaufgaben erledigen und lernen kann. Achten Sie auf ausreichend Helligkeit und Ordnung am Arbeitsplatz.

Nun ist der große Tag da, endlich geht es los. Sorgen Sie am ersten Schultag und in der Folge vor jedem Schultag für einen guten Start in den Tag. Dieser erfolgreiche Start in den Tag beginnt bereits am Vorabend. Ihr Kind sollte rechtzeitig zu Bett gehen, so dass es am nächsten Morgen ausgeschlafen ist. Ein festes Abendritual mit einem positiven Feedback des Tages, vielleicht einer Geschichte hilft, den Tag positiv abzuschließen und gut in einen erholsamen, für die Entwicklung und das Lernen wichtigen Schlaf zu finden. Ein freundliches und liebevolles Wecken sorgen für gute Stimmung, wichtig ist es, ausreichend Zeit für ein gemeinsames Frühstück einzuplanen. Auch beim morgendlichen Ablauf sorgt eine immer gleiche Routine für Sicherheit. Planen Sie auch genügend Zeit ein, ein gesundes Pausenbrot vorzubereiten. Dieses sollte aus einem zuckerfreien Getränk, einer Vollkornkomponente, Obst und Gemüse sowie einem Milchprodukt bestehen. Aufpeppen können Sie Pausenbrote durch Salatblätter, Paprikastreifen, kleingeschnittene Möhren oder Äpfel, Kirschtomaten… Ihrer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Bringen Sie Abwechslung in die Dose! Zucker und vorwiegend fetthaltige Lebensmittel gehören nicht in das Pausenbrot. Sie sättigen nur kurz, haben dafür viele Kalorien und wenig Nährstoffe, die für eine gute Konzentration wichtig sind.

Die erste Zeit in der Schule ist neu, ungewohnt und aufregend, vielleicht auch nicht so einfach zu bewältigen. Es gibt täglich neue Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten. Bieten Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, über seine Erlebnisse zu sprechen, fragen Sie nach, zeigen Sie Interesse ohne zu bedrängen. Seien Sie als Ansprechpartner da und nehmen Sie sich genügend Zeit für einen Austausch. Stehen Sie Ihrem Kind bei Schwierigkeiten unterstützend zur Seite, versuchen Sie aber nicht, alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Erfolgreich selbst gelöste Schwierigkeiten sind eine wichtige Ressource für das ganze Leben.

Es kann sein, dass es in der Schule zu ersten Misserfolgen kommt. Andere lernen vielleicht schneller, ein bestimmter Buchstabe lässt sich einfach nicht schreiben, vielleicht auch die erste schlechte Note. Hier ist es besonders wichtig, das Selbstvertrauen Ihres Kindes zu stärken, die Lust am Lernen zu erhalten und Mut zu machen. Setzen Sie sich mit Ihrem Kind zusammen, schauen Sie, was alles schon gut klappt und was es schon alles gelernt hat. Sowohl in der Schule als auch vorher. Wieviel es jetzt schon kann! Dann ist es Zeit, sich an die noch schwierigen Lerninhalte zu wagen: analysieren Sie gemeinsam, wo es hakt und wie es besser klappen könnte. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieben, unabhängig von den Schulleistungen oder Schulnoten. Unterstützen Sie Ihr Kind, auch bei Misserfolgen oder nicht direkt sichtbaren Erfolgen durchzuhalten und sich dann umso mehr über das wohl verdiente Erfolgserlebnis zu freuen.

Nachdem die aufregende Phase der Einschulung und die ersten Schultage gemeistert sind, können Sie sich der Organisation des Schulalltags widmen. Neben dem schon beschriebenen erfolgreichen Start in den Tag möchte auch der restliche Tag gut gestaltet werden. Kinder erleben vieles an einem Schulvormittag und brauchen ausreichend Zeit, um die Erlebnisse zu verarbeiten. Planen Sie also vor den Hausaufgaben ausreichend Zeit für ein Mittagessen und eine Erholungsphase. Falls Ihr Kind an der Nachmittagsbetreuung teilnimmt, sollte im Anschluss an die Betreuung eine freie Phase folgen um Zeit für die Verarbeitung zu bieten. Nach der Fertigstellung der Hausaufgaben oder der Absolvierung des Lernpensums brauchen Kinder Zeit zum Abschalten. Auch am Wochenende sollte Zeit zum Spielen, Toben oder allgemein für kindgerechte Beschäftigung sein. Achten Sie darauf, dass neben Schule und eventuellen festen Terminen wie Sportverein, Musikschule oder ähnlichem genügend unverplante Zeit bleibt. Kinder brauchen Zeit für freies Spiel und müssen auch lernen, Langeweile mit eigenen Ideen und eigener Initiative zu füllen. Denken Sie auch daran, dass Kinder nach dem Vormittag in der Schule, in der sie lange sitzen mussten, viel Bewegung brauchen. Schaffen Sie aktiv Bewegungsmöglichkeiten, suchen Sie gemeinsam einen Spielplatz oder Bolzplatz auf, fördern Sie das Spielen draußen oder melden Sie Ihr Kind in einem Sportverein an.

Eine feste Struktur im Tagesverlauf schafft Überschaubarkeit und vermittelt Sicherheit. Neben dem festen Abend- und Morgenritual ist ein regelmäßig gleicher Ablauf die Hausaufgaben und Lernzeit sowie das Packen des Schulranzens für den nächsten Tag sinnvoll. Bedenken Sie dabei, dass die Erledigung der Hausaufgaben der Job Ihres Kindes ist. Sie können bei Schwierigkeiten unterstützend zur Seite stehen. Das Packen des Ranzens übernehmen Sie zunächst mit Ihrem Kind zusammen. Bringen Sie ihm bei, welche Sachen wann und wie eingepackt werden. Nach und nach kann Ihr Kind diese Aufgabe dann selbständig übernehmen, wofür es natürlich gelobt wird!

Jetzt haben wir schon vieles thematisiert, was einen guten Start in die Zeit des Schulkind-Seins unterstützen kann. Nicht zuletzt ist es für den Schulstart wichtig, dass Eltern und Kindern mit einer positiven Haltung in diese neue Phase des Lebens starten. Auch wenn Ihre Erinnerung an die eigene Schulzeit eher negativ ist, überlegen Sie, was Ihnen an der Schule gefallen hat. Berichten Sie von den für Sie damals schönen Aspekten der Schule. So können Sie Ihrem Kind zuliebe dazu beitragen, dass die anfängliche Euphorie möglichst lange erhalten bleibt. Vertrauen Sie Ihrem Kind, es wird diesen Lebensabschnitt schon meistern. Falls Sie Zweifel haben überlegen Sie, was Ihr Kind schon alles gelernt hat. Welche Schwierigkeiten haben sie gemeinsam schon bewältigt? Wo liegen die Fähigkeiten Ihres Kindes? Was könnte Ihr Kind noch ein wenig trainieren? Vermitteln Sie Optimismus. Sollten Sie anhaltende Zweifel plagen, suchen Sie das Gespräch mit der Klassenlehrerin oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Beratungsstelle.

Erziehungs-und Familienberatungsstelle (Leiterin Psychologin Frau Claudia Schlicht)
Tel.:02159/916-494
E-Mail: claudia [dot] schlicht [at] meerbusch [dot] de

 

 

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