Verdächtiges Ansprechen von Kindern – Aufmerksamkeit aber keine Panikmache ist hilfreich

Mit unserer Presseveröffentlichung vom 25.08. -14.13 – Uhr berichteten wir über einen Sachverhalt in Meerbusch. Am Badener Weg war ein Mädchen von einem unbekannten Mann am Arm ergriffen worden. Zwei Zeugen hatten gesehen, wie das Kind mit dem Unbekannten und einer ebenfalls unbekannten Frau Richtung Bushaltestelle ging. Nach Intervention einer Zeugin konnte die 7-Jährige wieder an die Eltern übergeben werden. Die Hintergründe dieses Sachverhaltes sind bislang unklar. Mehreren Ermittlungsansätzen wurde nachgegangen, führten aber bisher nicht zur Identifikation des beteiligten Paares. Die Ermittlungen dauern an. Mit der Veröffentlichung dieser Meldung war der Kreispolizeibehörde aus vielen Erfahrungen aus der zurückliegenden Zeit klar, dass es in den nächsten Tagen weitere Schilderungen geben wird, die das verdächtige Ansprechen von Kindern zum Inhalt haben werden. So geschah es dann auch. Insbesondere in Kaarst, Meerbusch und im Neusser Norden berichteten Kinder über für sie verdächtiges Verhalten von Erwachsenen, die sie angesprochen haben.

Ein Mädchen aus Meerbusch stand in einer Bushaltestelle und sah einen “böse grinsenden Mann” auf sich zukommen. Schreiend lief das Kind nach Hause und brach dort zusammen. Vorher konnte sie noch ein Kennzeichen eines Autos angeben, aus dem der Mann gestiegen war. Die Polizei nahm mit dem Halter Kontakt auf und ermittelte, dass dieser “Verdächtige” ein Zeitungsauslieferer war, der die Pakete mit den Druckerzeugnissen in der Bushaltestelle abgelegt hatte.

Die Polizei kann die Sorgen der Eltern sehr gut nachvollziehen und geht jedem Hinweis mit großer Sorgfalt nach. Aus langjährigen Erfahrungen wissen die Ordnungshüter aber auch, dass glücklicherweise in den allermeisten Fällen, dem geäußerten Verdacht ein harmloser Sachverhalt zu Grunde liegt.

In allen der Polizei bisher bekannten Fällen, gibt es keine konkreten Hinweise auf ein strafrechtliches Verhalten oder auf eine konkrete Gefährdung für Kinder.

Nach den bisherigen Ermittlungen kommt die Polizei zu folgender Einschätzung: Aufgrund der Vielzahl der mitgeteilten Vorfällen über das verdächtige Ansprechen von Kindern, mit vielfacher Nutzung von Facebook und Co, gibt es sowohl unter den Eltern als auch an den Schulen und Kindergärten eine Unruhe, die sich täglich potenziert und auf angrenzende Gebiete überschwappt. Etliche Eltern sind deshalb in größter Sorge.

Hierzu besteht kein Anlass!!!!!

Durch die vielen Gespräche mit den Kindern in Schulen, mit den Eltern aber auch untereinander sind die Schülerinnen und Schüler höchst sensibilisiert und erleben Alltagssituationen als vermeintlich gefährlich.

Alle Streifen der Polizei im Rhein-Kreis Neuss, Streifenwagenbesatzungen, Bezirksbeamte und zivile Einsatzkräfte, sind für die Sorgen und Nöte von Eltern und Kindern sensibilisiert.

Richtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern immer wieder über die wichtigsten Verhaltensregeln auch auf dem Schulweg sprechen. Zur Information fügen wir diese Tipps bei.

Liebe Eltern, obwohl der weitaus überwiegende Teil von Übergriffen auf Kinder im sozialen oder familiären Umfeld des Kindes stattfindet, sollten Sie Ihre Kinder auch darüber informieren, wie sie sich auf dem Schulweg, oder in der Freizeit verhalten sollen, wenn sie ohne elterliche Aufsicht unterwegs sind:

Gehe mit Freunden oder Klassenkameraden zusammen – gemeinsam seid Ihr stark und die Wege sind sicherer !

Benutze möglichst immer die gleichen Wege – so kennst Du Dich gut aus und weißt, wo Du im Notfall Hilfe finden kannst!

Sage laut und deutlich was Du nicht willst – habe auch Erwachsenen gegenüber Mut zu sagen “Lassen Sie mich in Ruhe!”

Tritt auf keinen Fall an Fahrzeuge heran – Fragen von Autofahrern können von Erwachsenen beantwortet werden!

Mach auf dich aufmerksam, wenn Du Dich bedroht fühlst – schrei laut und gehe direkt zu anderen Personen, um Dir Hilfe zu holen!

Weglaufen ist nicht feige – wenn Du Dich abwendest und gehst, schaffst Du Abstand!

Wenn kein anderer Erwachsener in der Nähe ist, sprich Kinder an! Schrei laut um Hilfe!

Du kannst in Notfällen jederzeit über Handy oder aus einer Telefonzelle den Polizeinotruf 110 anrufen. Das geht auch ohne Handykarte oder Münzen.

Wenn Dir auf dem Schulweg etwas verdächtig vorgekommen ist, solltest Du es sofort Deinen Lehrern und Deinen Eltern erzählen!

Überlege mit Deinen Eltern, in welchem Geschäft Du auf Deinem Schulweg Hilfe im Notfall finden kannst!

Halte Dich an Absprachen mit Deinen Eltern und sei möglichst pünktlich, damit Deine Eltern wissen, dass sie sich auf Dich verlassen können und sich keine unnötigen Sorgen machen.

Noch ein Tipp zum Schluss:

Vereinbaren Sie mit anderen Eltern genau, wer Ihr Kind aus Schule oder Kindergarten abholen darf. Ihr Kind sollte wissen, dass es nur mit diesem – möglichst kleinen – Personenkreis mitgehen oder mitfahren darf – ohne Ausnahme.

Weitere Informationen unter www.polizei-beratung.de und beim Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz unter der Rufnummer 01231 /3000.

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