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Initiative „Meerbusch Radaktiv“ findet jetzt auch landesweit Anerkennung

Für sie ist „Meerbusch Radaktiv“ eine Herzensangelegenheit: Klimaschutzmanagerin Johanna Neumann.

Zur Nachahmung empfohlen: Das Meerbuscher
Maßnahmenpaket für eine „Kultur des Radfahrens im Alltag“

Die Initiative „Meerbusch Radaktiv“ findet jetzt auch landesweit Anerkennung: Das Projekt der Stadt Meerbusch zur Förderung des Radverkehrs wird ab sofort auf der Best-Practice-Datenbank der Energie-Agentur NRW präsentiert. Das Internet-Portal von Kommunen für Kommunen stellt vorbildliche Initiativen und Projekte von Städten und Gemeinden zu den Themen Energieeffizienz, Energieeinsparung und erneuerbare Energien vor – Nachahmung ausdrücklich empfohlen. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage freut sich über die Anerkennung und schickte gleich eine Glückwunsch-Mail an Johanna Neumann, Klimaschutzmanagerin im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung und Koordinatorin der Initiative „Meerbusch Radaktiv“.

„Es war früh klar, dass wir den motorisierten Individualverkehr in unserer Stadt nur dann verringern können, wenn wir den Leuten eine gute Fahrrad-Infrastruktur bieten und eine positive Einstellung zum Radfahren insgesamt vermitteln können“, so Johanna Neumann. Genau diese Ziele verfolge „Meerbusch Radaktiv“. Stichwort Infrastruktur: Das Meerbuscher Radwegenetz soll – wie auch vom Stadtrat beschlossen – gezielt weiter ausgebaut werden. Bis Ende 2017 soll das städtische Radwegekonzept überarbeitet und weiterentwickelt sein. Auch die begleitende Infrastruktur mit Abstellanlagen und Fahrradboxen soll davon profitieren.

„Aber was nützt all’ das, wenn das Fahrrad nur von einem (vergleichsweise) geringen Teil der Bevölkerung angenommen und genutzt wird“?, fragt Johanna Neumann. Genau hier setzt „Meerbusch Radaktiv“ mit Aktion und Information an. Das Projekt ist auf mindestens zwei Jahre angelegt. Ein Ziel ist es, eine neue „Kultur des Radfahrens im Alltag“ in Meerbusch zu etablieren. „Nur so können wir langfristig zu einer Verhaltensänderung kommen.“ Appetit darauf soll auch die Bewerbung aktueller Trends machen. Beispiel: E-Bikes und ihre Vorzüge beim täglichen Weg von A nach B.

Auf dem Osterather Parkfest im Mai wurde die Kampagne „Meerbusch Radaktiv“ erstmalig vorgestellt. Ein Logo, das künftig auf Plakatserien, Werbeartikeln und Veröffentlichungen erscheinen wird, soll bei allen Fahrrad-Aktionen für Wiedererkennungswert sorgen. Für Klimaschutzmanagerin Johanna Neumann stehen die Chancen gut, das etwas bewegt werden kann: „Angesichts der flachen Topografie Meerbuschs ist das Fahrrad hier bei uns ein ideales Verkehrsmittel – sowohl in Ergänzung zu Bus und Bahn für Berufspendler als auch für Alltagserledigungen oder in der Freizeit.“ Auch Radfahrten in die Zentren der Nachbarstädte seien gut mit den Rad zu erreichen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor: „Radfahren in Meerbusch macht Freude und tut gut. Die direkte Rheinlage, die vielen Landschaftsschutzgebiete, der elf Kilometer lange Deich mit seinem drei Meter breiten Fuß- und Radweg – das sind einfach ideale Bedingungen.“

Noch aber sprechen die Zahlen eine andere Sprache: Die Zahl der täglichen Ein- und Auspendler ist ebenso hoch wie die Meerbuscher PKW-Dichte. 660 Autos pro 1000 Einwohner gibt es in der Stadt. Auf 1.000 Meerbuscher über 18 Jahre kommen sogar 795 Autos. Umfragen ergaben aber auch, dass 87 von 100 Haushalten über mindestens ein Fahrrad verfügen. „Der Anteil der Radfahrer im innerörtlichen Verkehr ist mit 19 Prozent allerdings vergleichsweise gering“, so Neumann. Die „Förderung des Radverkehrs“ sei deshalb ein zentraler Baustein im Rahmen der gesamtstädtischen Klimaschutzkonzeption. Die Einsparpotentiale an C02 durch eine vermehrte Fahrradnutzung ließen sich nur näherungsweise ermitteln: Rechenexempel aber gibt es durchaus: „Würde nur ein Prozent der Autofahrer sowohl im Binnen- als auch im Quell- und Zielverkehr auf das Fahrrad umsteigen, würden täglich rund 1,4 Tonnen CO2 eingespart und nicht in unsere Atmosphäre geblasen werden.“

Um zu erfahren, wie effektiv die einzelnen Maßnahmen sind, soll die gesamte Kampagne evaluiert werden. Hierfür dienen als „hartes“ Kriterium zum einen die Zahl der täglichen Radfahrer im Stadtgebiet und zum anderen der Bekanntheitsgrad der Kampagne „Meerbusch RADAKTIV“ und ihrer Inhalte innerhalb der Meerbuscher Bevölkerung. Deshalb will die Stadt weitere Radfahrer-Zählstationen einrichten und auch Bürgerbefragungen zur individuellen Mobilität durchführen. Alle Daten werden dann statistisch ausgewertet, die Ergebnisse veröffentlicht.

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