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Japanische Delegation um Ex-Umweltminister Kitagawa zu Gast im Rathaus

Kunst mit Symbolkraft: Die große Grafik mit japanischen Glückswünschen, die im Flur des Rathauses hängt, schenkte der damalige Bürgermeister Tannaka der Stadt Meerbusch im Jahr 2010 im Rahmen der Gründungsfeier zur Städtepartnerschaft mit Shijonawate. Die Partnerschaft wird in Japan mit viel Interesse beobachtet. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage berichtete der Delegation um den ehemaligen Umweltminister Tomokatsu Kitagawa (2. von links) über den Austausch.

Viel Gesprächsstoff von Trumps Klima-Politik bis zum Austausch mit Shijonawate.

Prominente Gäste aus Japan im Rathaus: Tomokatsu Kitagawa, Mitglied des japanischen Unterhauses und ehemaliger Umweltminister Japans, nutzte die Gelegenheit, auf der Rückfahrt von der Weltklimakonferenz in Bonn zum Flughafen Düsseldorf in Büderich vorbeizuschauen. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage begrüßte die Delegation, der neben Kitagawa auch der Gesandte der Japanischen Botschaft in Berlin, Yasushi Misawa, und Shinsuke Toda, der stellvertretende Generalkonsul von Japan in NRW angehörten.

Heiter ging’s zu bei der Begrüßung im Rathaus. Bürgermeisterin Mielke heißt Ex-Minister Tomokatsu Kitagawa (Mitte) und den Gesandten der Japanischen Botschaft in Berlin, Yasushi Misawa, willkommen.

Kitagawas Besuch in Meerbusch kam nicht von ungefähr: Shinzuke Toda ist Meerbuscher Bürger und stellte dem Politiker gern die Stadtspitze seiner Wahlheimat vor. Kitagawa selbst kennt Meerbuschs Partnerstadt Shijonawate seit seiner Jugendzeit und ist zudem mit Shijonawates neuem Bürgermeister Shuhei Azuma befreundet. Der 28-jährige Azuma hatte bei den jüngsten Kommunalwahlen überraschend Shijonawates bisherigen Verwaltungschef Kazunori Doi abgelöst und als jüngster Bürgermeister Japans für erheblichen Medienrummel gesorgt. „Das hat auch Meerbusch als Partnerstadt bei uns ins Blickfeld gerückt“, so Kitagawa.

Von der Weltklimakonferenz in Bonn brachte der Japaner gemischte Eindrücke mit. Vor allem habe ihn gewundert, dass die Kritik der Delegierten am von US-Präsident Donald Trump betriebenen Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen eher gemäßigt ausgefallen sei. Hier müsse unbedingt weiter auf die positiven Kräfte in den USA eingewirkt werden, damit die weltweiten Klimaziele doch noch gemeinsam erreicht werden könnten. Die Vereinigten Staaten seien ein guter Freund Japans, „aber auch unter echten Freunden muss auch klare Kritik möglich sein“, so Kitagawa deutlich.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, die bereits zweimal zu Gast in Shijonawate war, berichtete über ihre vielfältigen Erfahrungen im Land der aufgehenden Sonne – über die Disziplin der Landsleute, ihren Fleiß und ihre Beharrlichkeit, mit der die Japaner selbst nach heftigsten Umweltkatastrophen nach vorn schauten. Der Wiederaufbau nach dem verheerenden Tsunami und dem anschließenden Reaktorunglück in Fukushima 2011 sei eine Mammutaufgabe, die Staat und Bürger vorbildlich in Angriff genommen hätten. Bescheidenheit, Fleiß und Erfolgsorientierung, so erklärte Kitagawa, seien in Japan in der Tat wichtige Alltagstugenden. Die Arbeitslosenquote im Land läge in den letzten Jahren konstant zwischen 2,3 und 2,5 Prozent. 95 Prozent der Oberschulabgänger und 97 Prozent der Uni-Absolventen bekämen unmittelbar nach absolvierter Prüfung einen guten Job. Die annähernde Vollbeschäftigung im Lande habe aber auch Nachteile: Schon jetzt zeichne sich Arbeits- und Fachkräftemangel ab. Zudem sei auch in Japan die drohende Überalterung der Gesellschaft ähnlich wie in Deutschland ein ernst zu nehmendes Problem.

Zum Abschied nahm der Parlamentarier eine Flasche Meerbusch-Wein mit nach Hause.

Angelika Mielke-Westerlage berichtete, dass die Kontakte zu Shijonawate – vor allem auch unter jungen Menschen – im nächsten Jahr weiter ausgebaut werden sollen. Der Austausch von Schülern des Meerbusch-Gymnasiums mit den Altersgenossen der Oberschule Shijonawate sei bereits gut in Gang gekommen. Im April 2018 wird Shijonawates Bürgermeister Shuhei Azuma mit einer Delegation in Meerbusch erwartet.

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