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Karneval

Sprachheilpädagogin Britta Münzer
Foto: Thorsten Faltin

Jubel, Trubel, Heiserkeit:
Stimmexpertin gibt Tipps für die fünfte Jahreszeit.

„Doch Nathan der Weise, der wusste Bescheid, der kannte ne Oase und die war nicht sehr weit. Die Karawane zieht weiter der Sultan hat Durst“ oder „Drink doch ene met, stell dich nit esu ann,…“. Singen, Bützen, Schunkeln, das sind die Erfolgsfaktoren des Karnevals. Doch Vorsicht: Wenn die Stimme versagt, ist die Stimmung schnell hin!

„Während der tollen Tage beanspruchen wir unsere Stimmbänder deutlich stärker als sonst“, weiß Britta Münzer, diplomierte Sprachheilpädagogin und selbst leidenschaftliche Karnevalistin.

Sie ergänzt: „Vor allem die Kombination aus lautem Singen, Helau rufen, kalten Getränken und Zigarettenrauch strapaziert die empfindlichen Schleimhäute im Kehlkopf.“
Da kann es schnell passieren, dass die Stimme wegbleibt. Doch wie kann man das vermeiden, bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Heiserkeit einschränken?

Die Sprachheilpädagogin mit Praxis in Meerbusch rät: „Grundsätzlich tut es der Stimme gut, wenn man ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Geeignet sind besonders Wasser oder Tee. Eiskalte Getränke sollten eher vermieden werden. Auch alkoholische Getränke strapazieren die Schleimhäute, insbesondere hochprozentige. Das lässt sich natürlich schwer mit Karneval feiern vereinbaren. Wer in der Bütt steht, kann sich ein Glas Birnensaft bereitstellen. Das kann helfen, so manchen Frosch im Hals zu verjagen. Für längere Gespräche kann man versuchen, den Abstand zu Band oder Lautsprecher zu vergrößern und sich eine ruhigere Ecke suchen.“

Ist die Stimme einmal weg, hilft die Devise: Schweigen!
Und noch ein Tipp der Expertin: „Viele Betroffene fangen an, zu flüstern, wenn sie heiser sind – das ist genau falsch und strengt die Stimme zusätzlich an. Scharfe Mentholbonbons sind ebenfalls nicht empfehlenswert. Besser ist es, leise zu sprechen oder zu schweigen, mit Salbeitee zu gurgeln und der Stimme ein paar Tage Ruhe zu gönnen.“

Sollte die Heiserkeit auch eine Woche nach Karneval weiter anhalten, empfiehlt Britta Münzer, einen HNO-Arzt aufzusuchen. Der Arzt klärt, ob die Heiserkeit organische Ursachen hat, wie Stimmbandknötchen oder Stimmbandpolypen, oder ob es sich um eine überlastende Nutzung der Stimme handelt.
Falls organisch alles in Ordnung ist, aber die Stimme heiser bleibt, handelt es sich häufig um eine funktionelle Stimmstörung. In diesem Fall empfiehlt sich der Besuch einer Sprachtherapeutin oder Logopädin. Dort werden nach einem Anamnesegespräch und ausführlicher Diagnostik die Schwerpunkte der Behandlung mit den Betroffenen abgestimmt. Ziel einer Therapie ist es, die Stimmfunktion wiederherzustellen oder zu verbessern. Dabei lernt der Patient, mit Atmung, Körperhaltung und Sprechübungen gute Voraussetzungen für den Stimmklang zu schaffen und seine Stimme ökonomisch einzusetzen. Methoden zur Schonung der Stimme im Alltag beugen einer erneuten Überlastung vor.

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