„Niemand muss seinen Müll in die Natur schmeißen“ – Unterwegs auf Meerbuschs städtischen Wertstoffhof

Wer auf den Wertstoffhof möchte, muss sich bei Harald Helesky (r.) und Christoph Mehring anmelden. Nur Meerbuscher Bürgerinnen und Bürger dürfen den Hof nutzen.

„Grünschnitt da hinten auf der rechten Seite. Elektroschrott können Sie hier links abstellen“, gibt Harald Helesky die Anweisung. Er hat soeben Kundschaft bekommen. Einer von rund 300 Kunden am Tag, die Meerbuschs städtischen Wertstoffhof ansteuern. „Am Wochenende können es schon mal ein paar mehr sein“, weiß Helesky, der seit drei Jahren für die Firma Schönmackers auf dem Wertstoffhof Dienst schiebt.

Heute ist er gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Mehring im Einsatz. „Wir haben hier alle Hände voll zu tun, deswegen ist es auch notwendig, dass wir hier zu zweit sind. Der eine kümmert sich um die Anmeldung, der andere kontrolliert, dass auch alles in den richtigen Containern entsorgt wird“, sagt Helesky. Nutzen darf den Wertstoffhof nur, wer in Meerbusch wohnt. „Die Nutzung ist in den Müllgebühren enthalten. Von daher wäre es unfair, wenn jemand aus Willich oder Düsseldorf hier seinen Müll entsorgt, dafür aber nichts zahlt“, so Helesky. Deshalb werden auch die Personalausweise der Nutzer kontrolliert. An den Autokennzeichen könne man ohnehin nicht mehr ausmachen, wer woher käme, so die beiden Mitarbeiter.

Gehören nicht in die Natur sondern fachgerecht entsorgt. Der Wertstoffhof nimmt die Altreifen für vier Euro das Stück entgegen.

Sperrgut und Grünabfälle bis 1,5 Kubikmeter, Elektroschrott, Altpapier, Kabel, Metall, Altglas und saubere Folien in haushaltsüblichen Mengen können kostenlos entsorgt werden. Bauschutt, Holz, Altreifen und Baumischabfall kostet- die Gebühren dafür aber sind überschaubar. „Ein 10-Liter Eimer Bauschutt kostet 2 Euro, ein Kubikmeter Holz 27 Euro. Wer den Kofferraum voll mit Baumischabfall, also zum Beispiel Tapetenreste, Kunststoffe oder Fenster hat, zahlt 12 Euro“, so Harald Helesky. Der 56jährige kann daher nicht verstehen, warum manch einer seinen Abfall einfach in der Natur entsorgt. Immer wieder werden über den Mängelmelder der Stadt illegale Müllablagerungen gemeldet, die dann auf Kosten der Gemeinschaft entsorgt werden müssen.

Große Kartonagen sind für die Presse kein Problem.

„Dabei haben wir so viele Möglichkeiten hier in Meerbusch, seinen Müll auf legale Weise los zu werden. Sperrmüll und Elektroschrott können kostenlos angemeldet und vor der eigenen Haustür abgeholt werden. Auch hier auf dem Wertstoffhof kann vieles kostenlos oder günstig entsorgt werden. Zudem kann man bei größeren Mengen die Mülldeponie in Neuss-Grefrath ansteuern. Es muss also wirklich niemand seinen Müll einfach ins Grüne schmeißen“, sagt auch Dana Frey, Leiterin der Stabsstelle Umwelt bei der Stadt Meerbusch. „Außerdem haben wir hier eine große Kartonpresse auf dem Wertstoffhof. Große Kartons vor die Altpapiercontainer im Stadtgebiet stellen ist also ebenfalls unnötig“, fügt Frey hinzu.

Für rund 500.000 Euro hatte die Stadt im Jahr 2010 den Wertstoffhof im Strümper Gewerbegebiet „Bundenrott“ gebaut. Die Firma Schönmackers betreut im Auftrag der Stadt den Hof und übernimmt die Leerung der insgesamt 16 Container.

Auch das gibt es: Frisch gepflückte Mirabellen für Harald Helesky (links). Peter Koenders kommt regelmäßig zum Wertstoffhof, meist um Gartenabfälle zu entsorgen, heute hat er jedoch eine kleine Aufmerksamkeit für die Mitarbeiter.

„Hin und wieder kommt es natürlich auch zu ungewöhnlichen Situationen. Neulich hatte jemand aus Versehen seinen Autoschlüssel mit in den Container geworfen. Ich habe dann danach gesucht. Keine einfache Aufgabe. Ich musste erst alles beiseite räumen. Ganz unten im Container lag der Schlüssel dann. Entsprechend dankbar war der Besitzer des Schlüssels. Generell haben wir hier viele nette Kunden“, berichtet Helesky. Einer davon ist Peter Koenders. „Ich bin regelmäßig hier um meine Gartenabfälle zu entsorgen“, sagt Koenders. Heute aber hat er nichts für den Container, sondern für die beiden Mitarbeiter des Wertstoffhofes: „Frisch gepflückte Mirabellen aus meinem Garten. Man muss ja auch hin und wieder Danke sagen“.

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