Frage nach Verantwortung

Künstlerin Matre fragt auf der Künstlerwand nach unserer Verantwortung.
Foto © R. Hoheisel

„IMAGINE ALL THE PEOPLE“– stellt euch all’ diese Menschen vor –Dazu fordert die Künstlerin Matre in großen Lettern auf. Und sie fragt uns, wer für diese Menschen Verantwortung übernimmt.

Im Frühjahr – zu Beginn der Corona-Pandemie – begann Matre mit der Gestaltung der Künstlerwand auf dem Dr. Franz-Schütz-Platz nahe der Dorfstraße.  Die Plakatwand wurde von den verstorbenen Meerbuscher Künstlern Helmut Martin-Myren und Winfried Schmitz-Linkweiler als Künstler-Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit initiiert. Jochen Schmitz-Linkweiler, Bruder des Künstlers, führt das Werk fort und engagiert unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler für die Gestaltung der Plakatwand. Sie soll Diskriminierung, Ausgrenzung und Missachtung von Menschenrechten anprangern.

Matre begann ihr Werk als abstrakte Komposition, sie „stempelte“ mit eingefärbten Toilettenpapier-Rollen eng gedrängte Kreisformen, die sie symbolisch durch farbige Streifen trennte – in Anspielung auf die Trennung der Menschen durch Corona. Sie sah das Bildmotiv auch als Metapher für die ausweglose Situation im Flüchtlingslager der Insel Lesbos.
Doch Menschen durch Grenzen zu trennen kann nicht gelingen. „Wir leben alle auf demselben Planeten“, erklärt Matre ihre Gedanken. „Als Künstlerin berührt mich, wie überall in der Welt das Leben von Menschen durch Grenzen erschwert wird. Ich werde weiter an der Künstlerwand arbeiten.“

Konsequent löste Matre in weiteren Arbeitsgängen die Grenzstreifen auf, führte Gruppen zusammen und schrieb schließlich groß über ihr Werk die Frage nach der Verantwortung, die wir für einander haben.

 

Wie sich der Umgang mit den Schutzsuchenden verändert, so wird sich auch die Arbeit von Matre weiter verwandeln. Seien Sie interessiert.

 

 

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