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MeerBlatt‑Redaktion on Tour: Generationenmagazin besucht Deutsche Nationalbibliothek

Sieben Mitglieder der MeerBlatt‑Redaktion, dem Generationenmagazin der Volkshochschule Meerbusch, machten sich jetzt zu einem ganz besonderen Exkursionstag auf in die Mainmetropole. Hauptziel für das Team, das selbst schreibt, recherchiert und Geschichten bewahrt, war der Besuch der Deutschen Nationalbibliothek – ein Ort, an dem das geschriebene Wort gesammelt, geschützt und für kommende Generationen zugänglich gemacht wird. Ergänzt wurde das Tagesprogramm durch den Besuch des Frankfurter Kaiserdoms, einem Schauplatz europäischer Geschichte. Das MeerBlatt ist ein im Januar 2023 entstandenes, an der VHS Meerbusch angesiedeltes Projekt.

Einblicke in Exil, Erinnerung und Archivarbeit
Nach zügiger Anreise im ICE ging es für die Hobby-Journalisten schnurstracks zur Deutschen Nationalbibliothek (DNB), die als zentrales Archiv des deutschen Schrifttums eine einzigartige Rolle spielt. Zunächst besuchte die Gruppe die Dauerausstellung „Exil. Erfahrung und Zeugnis. 1933–1945.“ In einer einstündigen Führung erläuterte Dr. Marc Wurich anschaulich, wie die Lebenswege jener Menschen aussahen, die während der NS‑Zeit Deutschland verlassen mussten. Die Dokumentation stellt eindrucksvoll dar, wie Schriftstellerinnen, Künstler, Wissenschaftler und politisch Verfolgte im Exil neue Wege fanden, ihre kulturelle Identität bewahrten und trotz widrigster Umstände weiterarbeiteten. Im Anschluss ging es hinab in die labyrinthartigen Katakomben der Bibliothek, zu den Magazinen – jene tief im Gebäude liegenden, klimatisierten Räume, in denen Millionen von Medien lagern. Annika Wenzel führte die Gruppe professionell durch die verschiedenen Bereiche und veranschaulichte, wie die DNB ihren gesetzlichen Auftrag erfüllt: Alle in Deutschland veröffentlichten Medienwerke zu sammeln, zu archivieren und dauerhaft zugänglich zu machen. Während die Deutsche Nationalbibliothek Leipzig seit 1912 für die Sammlung zuständig war, übernahm der Frankfurter Standort diese Aufgabe nach dem Zweiten Weltkrieg für alle Veröffentlichungen ab 1947. Heute ergänzen sich beide Häuser als gemeinsames nationales Gedächtnis. Highlight für die Meerbuscher Redakteure: Auch ihre bisherigen fünf Ausgaben des MeerBlatts sind in den Magazinen archiviert – und damit dauerhaft Teil des deutschen Kulturerbes.

Geschichte erleben: Führung im Frankfurter Kaiserdom
Am Nachmittag führte die Exkursion weiter zum Frankfurter Dom, offiziell Kaiserdom St. Bartholomäus. Obwohl Frankfurt nie Bischofssitz war, trägt die Kirche den Titel „Dom“ – ein Hinweis auf ihre herausragende historische Bedeutung. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit fanden hier die Wahlen und später auch die Krönungen der römisch‑deutschen Kaiser statt. Zwar war Aachen der traditionelle Krönungsort, doch Frankfurt übernahm diese Rolle zeitweise und wurde damit zu einem zentralen Schauplatz europäischer Geschichte. Eine geführte Tour durch das Dommuseum und den Dom selbst machte die historischen Zusammenhänge für die MeerBlättler noch greifbarer.

Ein Tag, der verbindet
Neben den vielen inhaltlichen Eindrücken profitierte aber auch der Teamgeist der Redaktion von diesem gemeinsamen Tag. „Solche Aktivitäten bieten Raum für Austausch, neue Ideen und inspirierende Gespräche – ein Gewinn sowohl für die redaktionelle Arbeit als auch für das Miteinander“, sagt VHS-Leiterin Béatrice Delassalle-Wischert. Nun freut sich das Team auf die Anlieferung der neuen Frühjahrsausgabe des MeerBlatts, die ab dem 28. Mai wieder kostenlos und mit vielen spannenden Themen für alle interessierten Leser*innen ausliegt.