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Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September: Rathaus nach gelungener Sanierung erstmals zu besichtigen

Auch Parkanlage Haus Meer geöffnet – Heimatkreis führt digital in den Kirchturm von St. Stephanus.

Schmuckkästchen an der Dorfstraße: Das Rathaus nach der 2020 abgeschlossenen Generalsanierung.

Erstmals nach der gelungener Generalsanierung ist das Rathaus der Stadt Meerbusch jetzt wieder zu besichtigen. Im Rahmen des bundesweiten „Tages des offenen Denkmals“ am Sonntag, 12. September, gibt es um 12, 13, 14 und 15 Uhr eine Führung durch das Gebäude. Die städtische Denkmalpflegerin Stephanie Roters und Architektin Ruth Eichmann vom Meerbuscher Büro E2 Architekten, das die Sanierung im Auftrag der Stadt koordiniert hat, werden den Besuchern ausgewählte Räume zeigen. Eine Videopräsentation zeigt maßgebliche Schritte der Sanierung auf Großbildschirm. Die Besucher müssen nachweislich geimpft, getestet oder genesen sein, bei den Führungen gilt Maskenpflicht. Pro Führung sind bis zu zehn Teilnehmer möglich.

Nach der Fertigstellung des 2. Bauabschnitts 1911 war das Bürgermeisteramt auch Sitz des Ortssergeanten der Polizei. Repro: Stadtarchiv
Blick ins sanierte Treppenhaus mit historischem Fliesenboden

Das Rathaus wurde 1902 im Auftrag der damaligen Gemeinde Büderich fertig gestellt und in den Jahren 1910/11 auf die heutige Größe erweitert. Im Zuge der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Generalsanierung wurde das Gebäude mit viel Fingerspitzengefühl für die noch verbliebene, denkmalgeschützte Substanz renoviert und zugleich für die Zwecke moderner Büronutzung hergerichtet. „Das Rathaus ist ein vorbildliches Beispiel, wie man ein historisches Gebäude zeitgemäß saniert und zugleich die Verpflichtungen des Denkmalschutzes ernst nimmt“, erklärt Claus Klein, Leiter des Service Immobilien der Stadt Meerbusch. Neben dem Büro des Bürgermeisters und dem Ratsbüro sind das Justiziariat der Stadtverwaltung, die Wirtschaftsförderung, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Stadtmarketing an der Dorfstraße 20 untergebracht.

68 Jahre lang war das Gebäude Rathaus der Gemeinde Büderich, seit der Stadtgründung 1970 ist es Sitz des Meerbuscher Bürgermeisters. Den Beschluss, ein Rathaus zu bauen, fasste der Büdericher Gemeinderat seinerzeit übrigens nicht, weil man mehr Platz für die Verwaltung brauchte. Diese saß bis zum Neubau in nur zwei Räumen der Dorfschule an der Dückersstraße, dem heutigen Standesamt. Vielmehr war eine Dienstwohnung, zu der auch ein großer Nutzgarten gehörte, für den damaligen Bürgermeister Klemens Roßbach nötig. Er amtierte von 1898 bis 1925 und galt als „Macher“, der für die Weiterentwicklung Büderichs entscheidende Weichen stellte.

Das Rathaus wurde in zwei Bauabschnitten gebaut. Der Baupreis für den ersten Teil lag bei sage und schreibe 17.000 Mark. Der zweite Abschnitt – einschließlich der „Rathaustür aus bester deutscher Eiche“ für 136 Mark – folgte 1910/11. Der Entwurf stammte vom Düsseldorfer Architekten C. Hövel, der Büdericher Bauunternehmer Peter Höveler erhielt den Zuschlag für die Ausführung. Einschließlich dem Ortssergeanten waren in den ersten Jahren vermutlich nur vier Gemeindemitarbeiter im Hause tätig. Im Erdgeschoss lag auch die örtliche Polizeistation, über dem Haupteingang prangte der preußische Adler. Spitzbuben wurden in zwei Zellen im Spritzenhaus gleich nebenan verwahrt. 

Weitere Angebote zum Tag des offenen Denkmals
Zum Tag des offenen Denkmals ist außerdem das Bau-, Boden- und Gartendenkmal Haus Meer von 11 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Ein digitales Angebot hält der Heimatkreis Lank bereit: In einem Videoclip erläutert der Vorsitzende Franz Jürgens die Geschichte des im 12. Jahrhundert erbauten Turms der Pfarrkirche St. Stephanus. Dabei erhalten die Zuschauer auch Einblicke in Bereiche des Kirchturms, zu denen die Öffentlichkeit normalerweise keinerlei Zutritt hat. Das Video ist am Tag des offenen Denkmals auf der Facebook-Seite und der Internetseite des Heimatkreises (www.heimatkreis-lank.de) zu sehen.

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