Neues Demokratieprojekt der VHS Meerbusch erfolgreich abgeschlossen.
Mit 23 engagierten Jugendlichen, fünf beteiligten Ratsfraktionen, Bürgermeister Christian Bommers und zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern aus Politik und Verwaltung ist das Demokratie Lab Meerbusch 2.0, das in 2026 in Kooperation mit dem Städtischen Meerbusch-Gymnasium durchgeführt wurde, jetzt erfolgreich zu Ende gegangen. Das kommunalpolitische Bildungsprojekt wird von der VHS Meerbusch verantwortet, die sowohl die Durchführung organisiert als auch die Fördermittel des Deutschen Volkshochschul Verbands (DVV) erfolgreich eingeworben hat.


An vier Projektnachmittagen erhielten Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 11 einen außergewöhnlichen Einblick in die kommunale Demokratie und konnten Politik nicht nur kennenlernen, sondern unmittelbar erleben. Ziel war es, politische Bildung noch stärker an den Interessen und Lebenswelten junger Menschen auszurichten. Zu diesem Zweck hatten VHS Leiterin Béatrice Delassalle-Wischert sowie das Moderationsteam Michaela Kura und Leander Mergener dem seit 2018 etablierten kommunalpolitischen Praktikum in diesem Jahr einen frischeren, zeitgemäßeren Anstrich verliehen. Mit Formaten wie der Planung eines Mini-Bürgerhaushalts, der Bewältigung verschiedener Krisensituationen, Fraktionsbesuchen, einer Bürgermeisterkonferenz und der Produktion eigener Social Media Clips wurde Demokratie praxisnah und aktiv erfahrbar gemacht. Ganz im Sinne des Ausschreibungsmottos „Demokratie erleben statt nur darüber sprechen“ lag der Fokus bewusst auf eigenem Handeln, Mitgestalten und Entscheiden. Und das neue Konzept erwies sich als Volltreffer: Schon wenige Tage nach der Ausschreibung vor den Sommerferien waren bereits alle Plätze vergeben.
Besonders spannend empfanden die 13- bis 16-Jährigen den direkten Austausch mit den politischen Akteuren der Stadt. Beim „Speed Debating“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD, FDP, UWG und Bündnis 90/Die Grünen engagiert mit dem Nachwuchs, beantworteten Fragen und gaben Einblicke in ihre politische Arbeit. Auch Mitarbeitende der Stadtverwaltung brachten ihre Expertise ein – etwa zu Jugendarbeit, Krisenmanagement und kommunalen Entscheidungsprozessen.
Neben dem Besuch des Ausschusses für Schule und Sport, bei dem der Nachwuchs erleben konnten, wie kommunalpolitische Entscheidungen vorbereitet werden, war ein besonderer Höhepunkt das persönliche Gespräch mit Stadtchef Christian Bommers. Eine Stunde lang stellte er sich den Fragen der Jugendlichen und berichtete aus seinem Arbeitsalltag. Die Themen reichten vom Nutzen des Düsseldorfer Flughafens über Wirtschaftspolitik in Schulen bis hin zu aktuellen Wahlergebnissen und der digitalen Ausstattung am Städtischen Meerbusch Gymnasium. Trotz der Herausforderungen einer Verwaltung mit rund 800 Mitarbeitenden betonte Bommers, dass die Entscheidung für dieses Amt für ihn stets richtig gewesen sei – eine Aufgabe mit großer Sinnstiftung. Über dieses Highlight hinaus hatte der Nachwuchs großen Spaß an der Erstellung von sechs Video-Clips, die sie acht Vertretern der politischen Fraktionen vorstellten und mit ihnen diskutierten.
Das am letzten Praktikumstag abgegebene positive Feedback der Jugendlichen zeigte eindrucksvoll, wie stark demokratische Bildung wirkt, wenn junge Menschen aktiv mitgestalten, diskutieren und Verantwortung übernehmen können. VHS Leiterin Delassalle-Wischert resümiert: „Wir wollten Politik nicht erklären, sondern erlebbar machen. Jugendliche lernen am besten, wenn sie selbst gestalten, diskutieren und Entscheidungen treffen können.“ Das Demokratie Lab Meerbusch 2.0 habe gezeigt, dass junge Menschen großes Interesse an kommunalen Themen hätten, wenn sie aktiv einbezogen würden und echte Einblicke in politische Prozesse erhielten. Auch für das kommende Jahr sollen wieder Fördermittel beantragt werden.

