
Die Plakatwand der Meerbuscher „Künstlerinitiative für Völkerverständigung und Menschenrechte“ auf dem Büdericher Dr.-Franz-Schütz-Platz trägt ein neues Motiv: Die Arbeit „Das Licht in der Dunkelheit finden“, gestaltet von der Meerbuscher Grafikerin und Künstlerin Ilse Petry-Ambrosius, visualisiert die Gefühlswelt hilfesuchender Menschen aus aller Welt, deren Flucht vor Krieg, Not und Verfolgung durch Stacheldraht und Zurückweisung jäh unterbrochen wird. „Das alles sieht düster aus, aber die über allen warm leuchtende Sonne zeigt, dass die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht auszulöschen ist“, sagt Petry Ambrosius.
„Anlass, klar und deutlich Stellung gegen gesellschaftliche und politische Missstände beziehen, haben wir auch im Jahr 2026 nach wie vor genug“, erklärte Bürgermeister Christian Bommers bei der Enthüllung des Kunstwerks. „Gewalt und Gegenwalt, Flucht und Vertreibung, Entrechtung und Unterdrückung verbreiten unvermindert Angst und Schrecken.“ Dass Meerbuscher Künstlerinnen und Künstler auch weiterhin Gelegenheit bekommen, auf dem größten und belebtesten Platz Meerbuschs deutlich Stellung für Völkerverständigung und Menschenrechte beziehen, sei ein wichtiges Signal, das die Stadt gern weiter unterstütze. Kontinuität in ihrer Arbeit verspricht auch die Künstlerinitiative. Mit der in Osterath lebenden Künstlerin Maria Rosa Lopez Blanes, die die Plakatwand im vergangenen Jahr erstmals gestaltet hat, hat sich eine neue engagagierte Koordinatorin für das Kunstprojekt gefunden.
Neben der Plakatwand klärt nun auch eine Info-Tafel vorübergehende Passanten über Ursprung und Hintergrund der Aktion auf. Über einen QR-Code können Interessierte alles Wissenswerte über die beteiligten Kunstschaffenden und ihre Arbeiten aus dem Internet abrufen. Die Plakatwand geht auf eine Initiative der verstorbenen Meerbuscher Künstler Helmut Martin-Myren und Winfried Schmitz-Linkweiler vor nunmehr 33 Jahren zurück. Auslöser war der heimtückische Brandanschlag auf das Solinger Wohnhaus der türkischstämmigen Familie Genc, der zu Pfingsten 1993 im ganzen Land für Entsetzen sorgte. Mit Unterstützung der Stadt Meerbusch entstand ein Jahr später die erste Plakatwand unter dem Titel „Künstler gegen Ausländerfeindlichkeit“ an der Dorfstraße. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben seitdem ihre Auffassungen von einer friedvolleren, toleranten und gerechteren Welt auf der Plakatwand zum Ausdruck gebracht. 2025 gab sich die Gruppe den neuen Namen „Künstlerinitiative für Völkerverständigung und Menschenrechte“.

