Die Deutsche Post DHL-Group sucht dringend einen Standort für einen neuen Zustellstützpunkt im Meerbuscher Stadtgebiet. Dabei hoffen die Verantwortlichen auf Schützenhilfe der Stadt. Bei einem Besuch im Rathaus stellte Ingo Kutsch, Leiter der DHL-Niederlassung Düsseldorf, zu der auch Meerbusch gehört, Bürgermeister Christian Bommers und Wirtschaftsförderer Stephan Benninghoven jetzt die Sachlage vor: Zurzeit verteilt die DHL Pakete und Briefe vor Ort nur noch von Osterath und Lank-Latum aus. Nachdem der dritte und wichtige Standort in Büderich im Sommer 2025 geschlossen werden musste, wird Meerbuschs größter Stadtteil von Willich aus mitversorgt. Die Notlösung, so Kutsch, bedeute für die DHL-Fahrzeuge täglich erhebliche Umwege und für die Zustellung entsprechenden Zeitverlust.

Die städtische Wirtschaftsförderung unterstützt das Logistikunternehmen bereits seit längerem bei der Standortsuche, aber auch zunächst vielversprechende Vermittlungsversuche in Bestandsimmobilien scheiterten. Geeignete Grundstücke sind in Meerbusch grundsätzlich Mangelware, die Entwicklung neuer Gewerbeflächen – zum Beispiel im Strümper Bundenrott – braucht noch Zeit. Erschwerend kommen die individuellen Anforderungen hinzu, die die DHL an neue Standorte stellt: Für einen neuen Stützpunkt, der den aktuellen Ansprüchen moderner Logistik genügt, werden etwa 6.000 Quadratmeter Fläche benötigt, auf denen sowohl ein Gebäude als auch Stellplätze für die große Fahrzeugflotte Platz finden können. Zudem strebt die DHL für alle neu gebauten und deutlich moderneren Zustellstützpunkte CO2-Neutralität an. Auch die alten Meerbuscher Betriebsstätten an der Schützendelle in Osterath und der Claudiusstraße in Lank-Latum entsprechen laut DHL nicht mehr heutigen Anforderungen. Die zur Verfügung stehenden Flächen seien zu klein, ein Umbau bis hin zur CO2-Neutralität sei nicht möglich.
„Eine verlässliche Postversorgung mit Paketen und Briefen ist sowohl für die Bewohner unserer Stadt als auch für die ortsansässigen Unternehmen ein wichtiger Faktor“, so Bürgermeister Christian Bommers. „Hier müssen wir mit vereinten Kräften zu einer Lösung kommen.“ Einige Optionen würden derzeit noch durch die Wirtschaftsförderung geprüft. Ein Problem: Möglicherweise geeignete Bestandsimmobilien im Stadtgebiet wechseln nicht selten ohne öffentliche Vermarktung den Nutzer und sind anderweitig vergriffen, ohne dass die Stadtverwaltung davon Kenntnis erhält. Mehr gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit soll hier nun Abhilfe schaffen. Angebote seien im Rathaus jederzeit willkommen.
Eine positive Nachricht gab es bei der Zusammenkunft im Rathaus allerdings auch: Für die Postannahmestelle in Strümp zeichnet sich nach Vermittlungsarbeit durch die Wirtschaftsförderung der Stadt eine Ersatzlösung ab. Letzte vertragliche Regelungen mit dem Eigentümer der aktuell ins Auge gefassten Immobilie müssen noch getroffen werden.

